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Gartenzimmer: Nostalgie nach dem GrĂŒnen

8. Januar 2012 Keine Kommentare

cc by flickr/ Josef TĂƒÂŒrk Reit im Winkl Chiemgau

Wenn das neue Jahr begonnen hat, wenn es draußen noch immer grau in grau, aber doch schon ein kleines bisschen lĂ€nger hell ist, dann beginnt die Sehnsucht nach dem Gartenzimmer zu wachsen. Die ersten FrĂŒhlingsblĂŒher stehen in den GeschĂ€ften bereit und bringen ein wenig Farbe in die Wohnung. Man kann sich so richtig vorstellen, wie es wird, wenn die Sonne wieder mehr Kraft hat, wenn das erste GrĂŒn zu sehen ist und man beginnt in Gedanken fĂŒr das Gartenzimmer zu planen.

Wer einen Balkon hat, kann sich da glĂŒcklich schĂ€tzen. Mit einem Schritt ist man im Freien, sozusagen in der Natur. Noch schlummert hier alles, aber bald kann auf dem Balkon ein herrlicher, zusĂ€tzlicher Wohnraum entstehen, und sei er noch so winzig klein. In den bunten Katalogen warten scheinbar Pflanzen in allen Farben nur darauf, bestellt zu werden. In manchem Online-Shop könnte man sein ganzes Geld ausgeben, um auch so eine phantastische Sitzgarnitur fĂŒr Balkon oder Garten zu erwerben. Meist bringen aber neue Sitzpolster die alte Garnitur wieder in Schwung. Eine trendige Idee ist es, die Farben von Sitzpolstern und BlĂŒten aufeinander abzustimmen. Vielleicht findet sich noch irgendwo ein Gegenstand, der sich als PflanzgefĂ€ĂŸ zweckentfremden lĂ€sst und ebenfalls in der Farbe passt, vielleicht eine nicht mehr gebrauchte Kaffeekanne, ein Korb oder sogar ein paar Gummistiefel? Immer mehr im Trend liegen auch GemĂŒsepflanzen auf Balkonien. Sie lassen sich wunderbar mit BlĂŒhpflanzen kombinieren. Ein paar Erdbeeren zum FrĂŒhstĂŒck aus dem eigenen Blumenkistchen? Das wĂ€r doch eine gute Idee fĂŒr das neue Balkon-Jahr. KrĂ€uter gibt es demnĂ€chst in vielen Variationen in den GĂ€rtnereien, BlumenfachgeschĂ€ften und auch im Internet. Damit lĂ€sst sich der Trend zum mediterranen Gartenzimmer ganz leicht nach Hause holen.

Der Gartenzwerg

27. Februar 2011 Keine Kommentare

Gartenzwerge gehören nach wie vor zum typisch deutschen Garten. Photo: Rupert Ganzer

Die Tradition der Gartenzwerge ist bereit Jahrhunderte alt. Sie begann im spĂ€ten 17. Jahrhundert, als der KĂŒnstler Johann Bernhard Fischer von Erlach auf heidnischen und germanischen Mythen aufbauende, zwergenartige Sandskulpturen entwarf. Von den vielen tausend barocken Zwergen in ganz Europa sind nur noch wenige hundert erhalten.

Das Aussehen basierte damals auf kleinwĂŒchsigen und missgebildeten Personen, die sich Könige, Barone und sonstige wichtige Adelsvertreter zum AmĂŒsement in ihre Residenzen holten, wie auch der klassische Hofnarr.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten diese Gartenzwerge dann eine Renaissance. Ab da stellten sie hauptsĂ€chlich GĂ€rtner oder Bergleute nach. Haupterkennungszeichen waren Laterne, Schubkarre, Spitzhacke und Schaufel. Bis in die 1920er und 1930er Jahre waren Gartenzwerge durch alle Bevölkerungsschichten durch sehr beliebt. Dies verĂ€nderte sich allerdings im Laufe der Jahrzehnte, bis das als spießerbĂŒrgerliches verschrienes Merkmal Ende der 60er Jahre vollends aus den deutschen GĂ€rten verschwand.

Wie alles, was seine Hoch- und Tiefphasen hat, eroberte aber auch der Gartenzwerg wieder die grĂŒnen Wiesen und Blumenbeete in VorgĂ€rten. Besonders nach 1990 entstand um den Gartenzwerg ein Hype. Grund dafĂŒr waren maßgeblich abgeĂ€nderte Versionen des kleinen Mannes, die den Stinkefinger zeigten, sich entblĂ¶ĂŸten oder sonstige, gartenzwerguntypische Attribute aufwiesen.

Fans des klassischen Gartenzwergs gingen infolge dessen auf die Barrikaden. FĂŒr sie gehört ein Gartenzwerg sittlich, mĂ€nnlich, mit ZipfelmĂŒtze und Bart und auf keinen Fall grĂ¶ĂŸer als 69 Zentimeter KörpergrĂ¶ĂŸe. DafĂŒr wurde 1981 in Basel sogar die Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge gegrĂŒndet.

Als Gegenbewegung dazu entstand augenzwinkernd die Front zur Befreiung der Gartenzwerge, die diese aus den GĂ€rten „befreit“ und in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum, Wald und Wiesen, wieder aussetzt.