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Archiv für die Kategorie ‘Tiere’

Erntezeit ist Mähtodzeit

27. Juni 2011 Keine Kommentare

cc by Silke Ebel/flickr

Jedes Jahr sterben auf den Feldern Tausende von Junghasen, Kitzen und Bodenbrütern. Sobald die Landwirte ihre Wiesen mähen, wird es für die Tiere gefährlich. Zwar ist die Siloernte, die mit der Geburt von vielen Tieren zusammenfällt, bereits beendet, jedoch ist das Heumachen nun bereits in vollem Gange. Insbesondere hier geht der Mähtod um. Die Tiere fallen vor allem dem Einsatz von Kreiselmähern zum Opfer.

Jägerverbände kritisieren vor allem die Tatsache, dass längst nicht alle Tiere, die in die Messer der Kreiselmäher geraten, tot seien, sondern vielmehr schwer verletzt werden, als Tierschutzproblem. Deutschlandweit kommen Schätzungen zufolge bei der Frühjahrsmahd bis zu 60 000 Kitze ums Leben. Insgesamt sind es rund 500 000 Wildtiere, wie beispielsweise Fasanen, Hasen oder andere Bodenbrüter, die getötet oder verstümmelt würden. Eine besondere Gefahr besteht an waldnahen Wiesen. Sobald sich ein Traktor einem Kitz nähere, dann laufe es nicht weg, sondern drücke sich zu Boden. Doch das Sterben der Jungtiere könne vermieden werden. Die Landwirte müssten dafür die ortsansässigen Jäger über die Mähtermine informieren. Diese können dann sogenannte Wildscheuchen aufstellen, die die Rehmütter dazu veranlassen ihre Kitze wegzulotsen. Sicherlich ist auch dann nicht gewährleistet, dass wirklich kein Tier mehr durch die Messer der Mäher stirbt, jedoch ist es so möglich, dass die Zahl der sterbenden und verstümmelten Tiere deutlich sinkt.

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Landwirte fĂĽhlen sich ungerecht behandelt

18. Mai 2011 Keine Kommentare

cc by Gruban/flickr

In punkto Tierschutz fühlen sich aktuell sehr viele der deutschen Landwirte ungerecht behandelt. Laut des Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes Franz-Josef Möllers habe es bereits immer Kritik an der Landwirtschaft gegeben, jedoch habe die gegenwärtige Welle der Kritik eine andere Qualität. Sie sei oftmals unsachlich und verletze ihn und seine Berufskollegen in ihrer Ehre als Tierhalter. Darüber hinaus läge der Tierschutz im ureigensten Interesse eines Tierhalters, da die Tiere dann, wenn es ihnen gut ginge auch gute Leistungen bringen würden. Für ihn vollziehe sich innerhalb der Gesellschaft augenscheinlich ein Wandel. Doch dabei biete der Bewusstseinswandel vieler Bürger, dass sie stärker in den Entscheidungsprozess eingebunden werden möchten, auch sehr viele Chancen. Möllers erklärt, dass der aktuelle Mainstream gegen die Landwirte laufe. Dabei sei es sehr viel besser, wenn alle miteinander reden würden, anstatt dass andere über die Bauern reden. Aus diesem Grund appelliert der DBV-Vize an den eigenen Berufsstand, dass sie unbedingt die Diskussion suchen und führen sollten. Aus seiner Sicht heraus könne dieses nur bedeuten, dass die Landwirtschaft die eigenen Leistungen und Forderungen besser kommunizieren müssen und sehr viel aktiver als bisher den Dialog mit der Gesellschaft suchen sollten.

Die neuen Auflagen in der Tierhaltung seien keinesfalls akzeptabel, da diese alleine dazu dienen den populistischen Forderungen entgegen zu kommen. Möllers mahnt, dass deshalb dringend eine Kommunikation der Wertschöpfungskette Fleisch für die Interessenten, aber auch über die gesamten Stufen der Lebensmittelproduktion und –verarbeitung bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel benötigt werde. Michael Lohse, der DBV-Präsident, unterstreicht darüber hinaus, dass die Öffentlichkeitsarbeit zur Tierhaltung in Deutschland angesichts der öffentlichen Stimmung zum Tierschutz in deutschen Ställen, zum Konsum von Fleisch und zu vermeintlicher Massentierhaltung und Industrialisierung umgehend verstärkt werden müsse. Die Akzeptanz für die Tierhaltung werde nicht durch Schweigen und Handeln im Nachhinein erreicht, sondern vielmehr sei jeder, der einen Stall habe gefordert Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, so Lohse.

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Gelungene Reitferien

9. April 2011 Keine Kommentare

cc by BillHoller/flickr

Ferien auf dem Reiterhof sind für kleine Pferdebegeisterte wohl das schönste, das sie sich vorstellen können. Dort können sie den ganzen Tag reiten, die Ponys streicheln und striegeln und mit anderen Kindern ausgelassen tollen und toben. Hier bietet sich ihnen die Gelegenheit dazu, die ersten Erfahrungen zu sammeln oder so richtig Sattelfest zu werden. Bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf heißt es, dass das Angebot für Reiterferien sehr groß sei. Aus diesem Grund stellt sich die Suche des geeigneten und richtigen Hofs nicht immer ganz leicht dar.

Der wohl wichtigste der Anhaltspunkte für Eltern stellt die FN-Prüfplakette dar. Unter anderem zeigt sie, dass die Pferde auf dem Hof artgerecht gehalten werden und dass die Gäste von einem sehr gut ausgebildeten Personal betreut werden. Beispielsweise kann die Reitschule Fuchsenhof in Seebarn / Bayern vier von fünf möglichen Sternen aufweisen. Am wichtigsten ist es, dass der potentielle Reiterhof eine gute Zertifizierung hat. Dazu zählen neben dem FN-Schild auch eine Plakette vom regionalen Verband und zusätzlich auch eine Prüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft für gute Verpflegung und Gästezimmer. Alle drei Jahre steht die FN-Zertifizierung an. In dieser muss der Reiterhof dann eine bestimmte Anzahl von Schulpferden vorgestellt werden und auch die Papiere der Angestellten werden begutachtet. Insbesondere für die Sicherheit der Kinder ist es sehr wichtig, dass die betreuenden Personen eine fundierte Ausbildung genossen haben. So zum Beispiel als Reitlehrer. Besonders gut ist es, wenn sich die Eltern an einer persönlichen Empfehlung orientieren. Denn der wertvollste Hinweis ist es ohne Zweifel, wenn ein Kind begeistert aus seinen Reitferien zurückkehrt und diese auch in vollen Zügen genossen hat.

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Achtung, Krötenwanderung!

5. Februar 2011 Keine Kommentare

Dieses Schild warnt vor der Krötenwanderung. Photo: Axel Hartmann

Im März, wenn es wieder milder wird, fangen Frösche, Kröten und Lurche an zu wandern. Leider tun sie das nicht nur auf ungefährlichen Wegen, sondern überqueren auch befahrene Straßen. Das führt jedes Jahr zum Tod von mehreren tausend Tieren.

Warum wandern Kröten?

Weibliche Kröten, Frösche und Lurche sind sehr heimische Tiere. Das heißt, sie kommen jedes Jahr zum Laichen an ihren Geburtsort zurück und lassen dort ihre Eier ab, damit ihre Kaulquappen am gleichen Ort zur Welt kommen wie sie. Durch diesen Instinkt werden die Tiere dazu getrieben, selbst die ungünstigsten Strecken, wie Landstraßen und Autobahnen, zu überqueren, um zurück zu ihrem ursprünglichen Gewässer zu kommen.

Auf diesem Weg lassen sie sich von nichts erschüttern. Sie hüpfen auch über die Straße, wenn ein Auto kommt und bleiben aus Reflex beim Anblick des Abblendlichts stehen. Das, und ihre relativ unscheinbare Größe führen dazu, dass jedes Jahr mehr Amphibien überfahren werden.

Wie kann man helfen?

Die bereits errichteten Krötentunnel sind ein guter, allerdings auch recht kostspieliger, Anfang. Wer nicht so viel Geld investieren kann oder will, der sollte einen Krötenschutzzaun bauen. Dafür rammt man ein paar Pflöcke in den Boden und umspannt sie mit Frischhaltefolie. Diese sollte ungefähr 50 Zentimeter hoch sein, sodass die Kröten nicht drüber springen können. In den Boden werden Eimer eingegraben, in die die Kröten fallen. Jeden Tag müssen diese Eimer dann von der einen Straßenseite auf die andere gebracht werden, man selbst ist also ein Krötentaxi. Damit kleinere Tiere aus dem Eimer entkommen können, sollte man einen kleinen Stock hineinstellen.

Wichtig: Solange die Eimer eingegraben sind, ist eine tägliche Leerung absolut notwendig! Ansonsten besteht die Gefahr des Vertrocknens oder Erfrierens der Tiere. Denken Sie auch daran, dass die Kröten wieder zurück wandern werden.

Haustierhaltung: Laufenten

23. Januar 2011 Keine Kommentare

Laufenten sind natürliche Schädlingsbekämpfer im heimischen Garten. Photo: Roberto Verzo

Noch ein Exot in deutschen Gärten, neben den Minischweinen, sind Laufenten. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Enten gehen sie aufrecht und sind flugunfähig.

Hat man Laufenten im eigenen Garten, braucht man sich um Schneckenprobleme keine Gedanken mehr zu machen. Die Vögel fressen sowohl ausgewachsene Schnecken als auch ihre Eier. Ebenselbige legen sie selbst in ausreichendem Maße: Wer auf eine artgerechte Gartenhaltung achtet, wird mit über 150 Eiern pro Jahr und Ente belohnt.

Doch genau diese artgerechte Haltung ist nicht einfach. Die Laufenten, auch Indische Laufente beziehungsweise Flaschenente genannt, benötigen einen Auslauf von mindestens 500 Quadratmetern Fläche und eine Wasserstelle. Teiche, die zu sehr bewachsen sind, eignen sich nicht, ebenso wenig wie aufblasbare Planschbecken oder Ähnliches.
Die Haltung sollte immer paarweise erfolgen. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren kommt es oft zu lautstarken Auseinandersetzungen. Von einer Einzelhaltung ist unbedingt abzuraten.

Die natürlichen Feinde von Laufenten kommen von außerhalb: wildernde Hunde, Marder, Füchse. Dagegen helfen Schutzmaßnahmen wie ein dichter, sicherer und hoher Zaun (mindestens 1,80 Meter) und allabendliches Wegschließen der Enten in einen Stall. Pro Entenpaar benötigt man ungefähr die Fläche einer Hundehütte, ausgelegt mit trockenem Stroh. Bis zu einer Temperatur von -15 °C kann der Stall unbeheizt bleiben.

Laufenten sind gelehrig, anhänglich und agil – der Name kommt nicht von ungefähr. Wer ihnen den Lebensraum bieten kann, den sie brauchen, wird lange seine Freude an ihnen haben: Im Schnitt werden Laufenten zwölf Jahre alt.

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